Erschließung des kritischen Apparats der Hölderlin-Ausgabe von Franz Zinkernagel

Der kritische Apparat zur Edition „Friedrich Hölderlins Sämtliche Werke und Briefe in fünf Bänden. Kritisch-historische Ausgabe von Franz Zinkernagel“, Leipzig 1914-1926, war ursprünglich als Teil des fünften Bandes geplant. Er wuchs dem Herausgeber unter den Händen, so dass er ihn in eigenem Supplementband erscheinen lassen wollte, später in einem Band „Lesarten“ und einem Band „Erläuterungen“. Das lehnte Anton Kippenberg, der Leiter des Insel-Verlags, ab. Als Zinkernagel starb (1935), kam sein Nachlass in die Universitätsbibliothek Basel, nur die Vorarbeiten zum Apparat und weitere Materialien gingen an das Hölderlin-Archiv der Württembergischen Landesbibliothek.

Der Umfang dieser nie publizierten und in der Forschung (wegen der Schwierigkeit, die Handschrift Zinkernagels zu entziffern) legendär gewordenen Lesarten und Erläuterungen wird von Dr. Gerhard Steimer auf 3.000 Seiten, der Umfang der Erläuterungen zum Text hingegen auf 1.500 Seiten geschätzt. Um die gewaltige Arbeit Zinkernagels für die Hölderlinforschung zugänglich zu machen, arbeitet der Handschriftenexperte, gefördert durch die A und A Kulturstiftung, an einer Teiledition, die Text, Lesarten und Erläuterungen des Werkteils „Gedichte“ umfasst. Zudem wird er eine Auswahl von Lesarten Zinkernagels erstellen, die bedenkenswerte Alternativen zur Edition der Gedichte in der Großen Stuttgarter Hölderlin-Ausgabe (StA) und in der Frankfurter Hölderlin-Ausgabe (FHA) bietet.