Förderpreis an Joachim Gies (verbunden mit einem Kompositionsauftrag)

Über den Geförderten

Der Komponist, Performer und Saxophonist Joachim Gies ist seit vielen Jahren durch die intensive musikalische Auseinandersetzung mit literarischen Texten bekannt. Diesen Dialog zwischen Musik und Text fördert die A und A Kulturstiftung im Jahr 2012 mit einem Kompositionsauftrag. Die Komposition „Mnemosyne. Nach einem Gedicht von Friedrich Hölderlin. Für Sprechstimme, Sopran, Sopransaxophon und Vibraphon“ reiht sich ein in die Vertonungen, die Joachim Gies u.a. zu Texten von Kafka, Rilke, George, Nietzsche, Benjamin und Rimbaud geschaffen hat.

Persönliche Homepage von Joachim Gies

Über die Komposition

Die Komposition „Mnemosyne. Nach einem Gedicht von Friedrich Hölderlin. Für Sprechstimme, Sopran, Sopransaxophon und Vibraphon“ wurde am 4. Mai 2012 in der Villa Elisabeth in Berlin uraufgeführt. Es wirkten mit: Gesine Nowakowski (Sopran), Gerd Wameling (Sprecher), Joachim Gies (Saxophon, Komposition), Franz Bauer (Vibraphon)

Joachim Gies über seine Komposition:

„Meine Vertonung des späten Hölderlin Gedichts MNEMOSYNE bewegt sich in fragilen Klangräumen. Ausgelotet werden Prozesse des Übergangs: von Luft zu Ton, von Flächen zu rhythmischen Impulsen, von Lauten zur Sprache. Sopran, Sopransaxophon und Vibraphon agieren meist kongruent in hoher Lage. Die männliche Sprechstimme bildet dazu eine sonore Grundierung. Parallel gestaltet die Sopranistin Text- und Geräuschmodule im Kontrast zur Textrezitation des Sprechers. Sie seziert mit Phonemen lautmalerisch Textpartikel und legt akustische Ursprünge frei. Das Saxophon agiert als Mittler zwischen Sopran und Vibraphon und gestaltet Räume mit Luftklängen, Mehrklängen und Vierteltönen. Diese nimmt das Vibraphon auf und entwirft obertonreiche Klangflächen oder setzt perkussive Impulse. Das klangliche Tasten von Sopran, Saxophon und Vibraphon mündet in einer tonalen und rhythmischen Annäherung als Grundmuster zur nochmaligen Textrezitation.“