Friedrich Hölderlin: „Homburger Folioheft“. Website zur genetischen Erschließung

Die Webseite zur genetischen Erschließung von Friedrich Hölderlins „Homburger Folioheft“ steht jetzt als als Online-Angebot der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart zur Verfügung.

Die offizielle Veröffentlichung hat zu Beginn der Ausstellung Aufbrüche – Abbrüche. 250 Jahre Friedrich Hölderlin“ stattgefunden.

Im Spätwerk Friedrich Hölderlins ist das „Homburger Folioheft“ die wichtigste Sammelhandschrift. Ein Faksimile-Druck erschien 1986 als Supplementband der Frankfurter Hölderlin-Ausgabe. Seit 2011 sind Reproduktionen der Handschrift auf der Website der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart zugänglich. Während die Textausgaben bei der Edition dieses schwierigen Manuskripts zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangen, ist damit die räumliche Konstellation der Schrift gut dokumentiert und für jeden einsehbar.

Auf dieser Grundlage konnte der Versuch unternommen werden, die dritte Dimension der Schrift zu erschließen, die zeitliche Schichtung. Der Schreibprozess lässt sich am Bildschirm besser darstellen als im Druck. Gefördert wurde die Erarbeitung einer Website, die für jede Seite der Handschrift die Entstehung rekonstruiert und unterscheidbare Arbeitsphasen separat anzeigt. Der Nutzer kann sie kumulativ zuwählen und so den Schreibvorgang nachvollziehen. Zu jedem Zustand lässt sich eine diplomatische Umschrift einblenden. Auf Texteditionen des jeweiligen Seiteninhalts wird verwiesen.

Der Ausbau der Website wurd 2017 bis 2020 von der A und A Kulturstiftung gefördert. Technik und Gestaltung besorgt Konstantin Klatt Mediendesign, Berlin. Den Inhalt erarbeitet Dr. Hans Gerhard Steimer, er war 1986 bis 1999 Mitarbeiter bzw. Mitherausgeber der Supplementbände der Frankfurter Hölderlin-Ausgabe.